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Presse | Halifax-Fragmente nach 56 Jahren bei „Hohenfried“

Wochenspiegel


Ihr gemeinsames Hobby besteht zu 80 Prozent aus aufwendiger Recherche-Arbeit. Axel Paul aus Hellenthal, Frank Güth aus Olef, Otto Hemmer aus Euskirchen und Wolfgang Meyer aus Kalkar ermitteln unter dem „Deckmantel“ der Arbeitsgemeinschaft (AG) für Luftkriegsgeschichte im Kreis Euskirchen in Sachen „Flieger“, die vermisst oder abgestürzt sind.

Hinweise und Tipps aus der Bevölkerung dienen ebenso einem „runden“ Gesamtbild wie Sucharbeiten vor Ort. „An den Absturzstellen findet man noch heute kleinste Fragmente der Maschinen“, so Frank Güth: „Intensive Kontakte zu Ministerien - meistens per Email - geben dann weitere Aufschlüsse über die verschollene Maschine.“

Aufgeklärt hat man jetzt auch den Absturz in der Nacht 30./31. März 1944 bei Hohenfried/Herhahn (Stadt Schleiden). U.a. lassen die gefundenen Fragment-Teile eindeutig auf einen britischen, viermotorigen Bomber vom Typ Halifax III schließen - die betreffende Maschine konnte man inzwischen im Verlustbericht ausfindig machen.

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Die Halifax (Seriennummer LV 898, Kennung ZL-D, Einheit 427. Squadron) mit acht Mann Besatzung - Name und Dienstgrade hat die AG vorliegen - war um 22.20 Uhr am 30. März 1944 von seiner Heimatbasis in Leeming gestartet. Das Operationsziel war Nürnberg. Vermutlich etwas vom restlichen Verband abseits fliegend wurde die Maschine über Herhahn Opfer eines deutschen Nachtjägers.

Die Halifax explodierte in der Luft - dabei wurden die Trümmer über ein größeres Gebiet südwestlich von Haus Hohenfried verstreut. Noch im März 2000 konnten hier kleinere Blechfragmente (teilweise mit Seriennummern) aufgelesen werden.


v.l.n.r: Axel Paul, Frank Güth, Johannes Euskirchen, Waltrud und Karlheinz Klutinus bei der Aufstellung des Gedenkkreuzes in Herhahn / Hohenfried

Die acht Toten - sieben der Flieger waren Angehörige der kanadischen Luftwaffe RCAF - Royal Canadian Air Force - wurden zunächst in Herhahn beigesetzt und nach 1945 auf den britischen Soldatenfriedhof in Rheinberg überführt.

Bild: pressehalifax4.jpg Bild: pressehalifax3.jpg


Inschrift und Aufstellungsort
des Gedenkkreuzes:
Zum Gedenken an die acht Flieger, die hier in der Nacht des 30./31. März 1944 mit Ihrem Bomber tödlich abgestürzt sind. Halifax III, LV 898, 427. Squadron

Der Nürnberg-Einsatz im März ‘44 war eines der Verlustreichsten Unternehmen der britischen Luftwaffe während des ganzen Krieges. Von der 427. Squadron gingen in dieser Nacht noch zwei weitere Maschinen verloren: Insgesamt kam es zum Verlust von rund hundert viermotorigen Maschinen. Auch im hiesigen Gebiet sind bisher mehrere Absturzstellen bekannt geworden, die sich diesem Angriff zuordnen lassen (z.B. Udenbreth, Herhahn)



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